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S355J2+N und Strenx 700E: was die Stahlgüte für Ihren Auflieger bedeutet

Veröffentlicht 6 Min. Lesezeit
Hochfester Baustahl in der Femmerr Aufliegerfertigung

Zwei Güten decken den größten Teil eines Tiefladerrahmens ab. Beide sind Baustähle, beide sind schweißbar, und der Unterschied zeigt sich als Nutzlast – nicht als etwas, das man am fertigen Auflieger sehen könnte.

S355J2+N: die konstruktive Basis

S355J2+N ist ein normalgeglühter Baustahl mit einer Mindeststreckgrenze von 355 MPa und garantierter Kerbschlagzähigkeit bei minus 20 Grad Celsius. Er ist berechenbar, weltweit verfügbar und gutmütig beim Schweißen und Reparieren.

Für die Mehrzahl der Standardtieflader ist er genau das richtige Material. Ein Rahmen, der ohnehin komfortabel innerhalb seiner Auslegung liegt, gewinnt durch ein Upgrade konstruktiv nichts.

Strenx 700E: Festigkeit, die zu Nutzlast wird

Strenx 700E ist ein hochfester Baustahl mit einer Mindeststreckgrenze von 700 MPa, etwa dem Doppelten von S355. In der Praxis erlaubt das dünnere Querschnitte in den Hauptträgern bei gleicher Tragfähigkeit.

Das Ergebnis ist ein Rahmen, der bis zu dreißig Prozent leichter sein kann. Jedes eingesparte Kilogramm Struktur ist ein Kilogramm zulässige Nutzlast mehr – auf jeder einzelnen Fahrt.

Wo sich das Upgrade rechnet

Es rechnet sich, wenn das Gewicht und nicht der Platz begrenzt: Schwermaschinentransport, mehrachsige Konfigurationen und jeder Betrieb, der regelmäßig nahe an den Achslastgrenzen fährt.

Deutlich weniger lohnt es sich bei Aufliegern, die typischerweise weit unter Kapazität beladen werden – dort kauft der Materialaufpreis Nutzlast, die nie genutzt wird.

Was er im Gegenzug verlangt

Hochfester Stahl verzeiht schlechte Fertigung weniger. Der Wärmeeintrag beim Schweißen muss kontrolliert werden, Vorwärm- und Zwischenlagentemperaturen sind relevant, und Feldreparaturen brauchen auf die Güte abgestimmte Zusatzwerkstoffe und Verfahren.

Das ist eine Fertigungs- und keine Betreiberfrage, aber es lohnt sich, jeden Lieferanten zu fragen, wie er ihn schweißt und wie ein beschädigter Träger repariert würde.

Die praktische Antwort

Nehmen Sie S355J2+N als Standard und spezifizieren Sie Strenx 700E dort, wo die zusätzliche Nutzlast messbaren Wert hat. Eine Mischbauweise mit hochfestem Material in den Hauptträgern und normalem Baustahl im Rest ist üblich und konstruktiv völlig sauber.

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